Wertschätzung, Respekt und Vertrauen
Der Aufbau von Integrität und gegenseitigem Vertrauen ist eine der wichtigsten Säulen des Projektes. Gemäß dem Schutzkonzept der evangelischen Kirche werden im Erstgespräch mit der Koordinatorin Motivation, Kompetenz, persönliche Eignung der Zeitgeber*innen für die angestrebte Tätigkeit erfragt und jeder Mitarbeitende muss den Verhaltenskodex unterschreiben. Zusätzlich werden mit allen an der Mitarbeit beteiligten Menschen Gespräche zum Zwecke des gegenseitigen Kennenlernens geführt. Diese dienen dazu, die passenden Verbindungen zu den Unterstützung Suchenden zu schaffen. Wir versichern und erwarten verbindliche Ansprechbarkeit sowie Verschwiegenheit über die „Fälle“ und die dahinterstehenden Menschen.
Berücksichtigung individueller Bedürfnisse
Die Menschen heute haben erfahrungsgemäß andere Motivationen, sich ehrenamtlich zu engagieren. Sie möchten einen Teil ihrer Zeit spenden, aber dabei auch sehr bewusst Erfahrungen machen, die sie sowohl beruflich, als auch privat verwerten können. Einige binden sich für eine bestimmte Zeitspanne (z.B. Elternzeit), andere sind ausgeschieden aus dem aktiven Berufsleben und möchten gerne ihre gewonnene Zeit mit sinnvoller Tätigkeit ausfüllen. Es ist ein wichtiger Teil unserer Arbeit, die „Zeitnehmer*innen“ und die „Zeitgeber*innen“ so zu vermitteln, dass die Bedürfnisse jeweils optimal übereinstimmen.
Betreuung und Begleitung
Das Steuerungsteam und die Koordinatorin stehen für fachliche und persönliche Gespräche zur Verfügung. Manchmal stoßen auch erfahrene und hochmotivierte Ehrenamtliche an persönliche Grenzen. Für einen solchen Fall bieten wir bei Bedarf Gespräche und seelsorgerliche Begleitung durch unsere Pfarrerinnen an.
Wir laden regelmäßig alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu einem Treffen ein. Dafür gibt es mehrere Gründe:
• gegenseitiges Kennenlernen
• Austausch über Vermittlungen
• Klärung von Fragen
• Vorstellung neuer Mitarbeitender
Mit der Schaffung einer „familiären“ Atmosphäre, in der sich möglichst alle kennen, in der wertschätzendes Verhalten die Regel ist und dadurch eine gute Bindung an das Projekt erreicht wird, haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht.
Verhaltensrichtlinien für unsere ehrenamtlichen Mitarbeitenden
Die Arbeit im Evangelisch-Lutherischen Dekanatsbezirk München lebt durch Beziehungen von Menschen miteinander und mit Gott. Unser Engagement für Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen, unsere Begegnungen mit Kindern, Jugendlichen und Schutzbefohlenen sowie unser Zusammenarbeiten in vielfachen Zusammenhängen und Gremien ist getragen von Respekt, Wertschätzung und Vertrauen.
Ich verpflichte mich zu folgendem Verhaltenskodex:
1. Ich trage dazu bei, ein sicheres, förderliches und ermutigendes Umfeld für mir
anvertraute Menschen, insbesondere Kinder und Jugendliche, zu schaffen und/oder zu erhalten. Diese Verpflichtung pflege ich auch im Umgang mit Kolleg*innen, mir zugeordneten Mitarbeitenden und Vorgesetzten.
2. Ich tue alles, damit durch meine Tätigkeit keine sexualisierte Gewalt, Vernachlässigung und andere Formen der Gewalt geschehen und möglich werden.
3. Die individuellen Grenzempfindungen der Menschen um mich herum nehme ich wahr und respektiere ich.
4. Ich bin mir meiner besonderen Verantwortung als Mitarbeiter*in bewusst, gestalte einen verantwortungsvollen Umgang in Bezug auf Nähe und Distanz und missbrauche meine Rolle nicht.
5. Ich beachte das Abstands- und Abstinenzgebot und nutze meine Funktion nicht für sexuelle Kontakte zu mir anvertrauten Menschen.
6. Meine Kommunikation ist respektvoll und wertschätzend, sowohl im direkten
Gespräch, als auch in der Kommunikation im digitalen Raum.
7. Ich vermeide jedes unangemessene Verhalten anderen gegenüber und bin
ansprechbar, wenn anderen an meinem Verhalten etwas Unangemessenes auffällt.
8. Wenn ich eine Grenzüberschreitung bei meiner Tätigkeit bemerke oder von ihr
erfahre, schaue ich nicht weg, sondern wende ich mich an die Ansprechpersonen
oder an Fachberatungsstellen und lasse mich professionell über die weiteren Schritte beraten.
9. Ich gehe entsprechend dem Interventionsplan meines Trägers vor, wenn ich sexuelle Übergriffe oder strafrechtlich relevante sexualisierte Gewalt wahrnehme.
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-Die Fachberatungsstelle der ELKB kann für eine Erstberatung (anonym)
kontaktiert werden: 089 / 5595-342 und meldestelleSG@elkbe.de
-Die Präventionsbeauftragte für den Dekanatsbezirk München ist
Christine Glaser: christine.glaser@elkb.de.
